Eulen nach Basel tragen

Eines der wahrlich berühmten und klassischen Weihnachtsguezli ist das Brunsli. In unserem Heim erhielt es einst den eher unrühmlichen Namen “Brunzli”. In Wahrheit aber heisst es “Basler Brunsli”.

Insofern ist es eine Anmassung, wenn man als Zürcherin einer Baslerin Brunsli schenkt. Ich vertraue aber darauf, das mein altbewährtes Rezept auch bei ihr gut ankommt. Wenn mich die SBB nicht im Stich gelassen haben, hat die Guezli-Übergabe in dem Moment, wo dieser Beitrag veröffentlicht wird, bereits stattgefunden.

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Der Tausendfüssler in meiner Küche

Anfänglich hatte ich ja gedacht, ich würde gar keine Weihnachtsguezli backen. Weder dieses Jahr noch überhaupt jemals wieder in meinem Leben. Doch dann erinnerte ich mich, wie scheusslich gekaufte Weihnachtsguezli schmecken, wie gerne ich Chräbeli und Brunsli habe und wie sehr mein Umfeld meine Guezli immer geschätzt hatte.

Also stellte ich mich doch in die Küche, begann mit Zucker, Mehl, Eier und dergleichen zu werkeln und produzierte dreierlei Sorten Guezli. So entstanden Brunsli, Gewürzigeli und Chräbeli. Eine bescheidene Leistung im Vergleich zu früheren Jahren, wo ich in der Regel zehn Sorten buk, aber immerhin.

Hier vier mustergültige Füessli, stellvertretend für 504 weitere, die heute Morgen durch meine Küche marschiert sind.

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Mehr Chräbeli-Geschichten gibt es HIER.

Die neun schönsten Monate meines Lebens

Ich freue mich. Freue mich wahnsinnig. Die nächsten neun Monate werden so schön sein. Unvergesslich. Unbeschreiblich schön.

Die nächsten Monate, sie werden frei jeglicher Weihnachts-Aktivitäten sein. Keine opulente Beleuchtung jeglicher Hausfassaden. Keine Lebkuchen, die zur Unzeit im Laden stehen. Kein “White Christmas” aus den Lautsprechern des Shopping-Centers, während draussen die Leute noch immer im T-Shirt flanieren. Keine beleuchteten Hirschlein werden mein Auge beleidigen. Keine bangen Blicke zum Himmel, ob es wohl noch rechtzeitig zu schneien anfangen wird und auch keine Vorschläge in den Zeitschriften für “entspannte Feiertage im Kreise der Familie”. Keine überteuerten Geschenkspackungen in den Läden und – das nehme ich gerne in Kauf – nicht mehr nur noch Fondue-Chinoise-Rölleli in den Tiefkühlschränken.

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Die nächsten neun Monate werden herrlich sein. Absolut weihnachtsfrei! Die neun schönsten Monate in meinem Leben. Und das wirklich Tolle daran: Diese neun Monate kommen jedes Jahr von neuem.

Eine weitere Bloggerin greift nach den Sternen

Die Brunsli in meinem letzten Beitrag müssen dermassen gluschtig ausgesehen haben, dass mich Frau Körb auf den Knien bittend ums Rezept angefragt hat. Vielleicht möchte sonst noch jemand nachbacken? Wie auch immer, hier das Rezept:

Brunsli

200 g Puderzucker
3 Eiweiss, steif geschlagen
80 g Kakao
500 g Mandeln, gemahlen
3 Esslöffel Kirschwasser

Alle Zutaten gut miteinander vermischen. Den Teig auf Zucker 1 cm dick ausrollen. Das Ausstechförmchen vor jedem Ausstechen in Zucker tauchen (ergibt das schöne Rändchen). Auf einem mit Backpapier belegten Blech 5 bis 6 Stunden trocknen lassen.

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Im gut vorgeheizten Ofen (220 Grad) 5 Minuten backen. Dabei die Backofentüre einen Spalt breit offen lassen.

Richtig gut gelungene Brunsli sind innen noch leicht feucht.

Wer auch immer sich an dieses einfache, altbewährte Rezept wagt, um ein Feedback wird gebeten!

Sternstunden einer Bloggerin

Alle Jahre wieder.

Und alle Jahre wieder gut.

Sechs Sorten sind gebacken, eingebüchst.

Und werden wohl nicht lange überleben.

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Brunsli – der Guezli-Klassiker schlechthin.

 

 

Neuer Rekord.

So kurz vor Weihnacht habe ich die Guezli noch nie gebacken.

Frischer geht’s nimmer.

Der Guezli-Reigen

Es war mehr aus einer kulinarisch-terminlichen Not heraus passiert. Und es war kläglich gescheitert. Seither weiss ich, weshalb ich mir Jahr für Jahr die Mühe mache, Weihnachts-Guezli selber zu backen. Die Mischung von der Migros war nämlich so etwas von ungeniessbar!

Darf ich vorstellen: Meine Backwerke, Ausgabe 2015:

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Im Uhrzeigersinn, oben angefangen:

Brunsli: fehlt bei mir kein Jahr, fällt umso besser aus, weil ich einen extra Schuss Kirsch hineingebe.

Orangenleckerli: Geschmacklich ausgezeichnet, wollten aber trotz allen Zuredens nicht vom Blechpapier kommen, selbst nach einem zweiten Backvorgang nicht.

Mandel-Makrönli: Ein neuer Versuch, mich mit dem Spritzsack anzufreunden. Gelungen, dank dem “Profi-Spritzsack”, den ich bei Aldi erstanden hatte.

Mailänderli: Der Klassiker schlechthin fehlt auch im Hause Flohnmobil nie.

Baumnuss-Sablé: Immer das erste Guezli, das ich backe. Schnell gemacht, fein und kein Auswall-Theater!

Chräbeli: Muss sein! Unvergleichlicher Anis-Geschmack. Man liebt sie oder man liebt sie nicht. Im Moment noch geeignet für Leute mit schlechten Zähnen.

Quitten-Pfaffehüetli: Eine neue Errungenschaft, bei der der Mitbewohner sein ganzes gestalterisches Talent ausspielen konnte.

Falsche Weihnachten

Es gibt traditionellerweise nicht eben viele Weihnachts-Traditionen, die im Hause Flohnmobil zelebriert werden. Eines muss aber jedes Jahr sein: Weihnachts-Guezli backen.

So stürzte ich mich kurz nach der Rückkehr aus unseren Skiferien in die Küche und begann zu werkeln. Diesmal nur sechs altbekannte, bewährte Sorten. Ich wollte mich für einmal nicht auf die (Tannen)Äste wagen. Wovon, einen Christbaum gibt es bei uns auch nicht.

Nicht alle Arbeiten beim Guezeln machen gleich viel Spass. So schweiften meine Gedanken öfters mal ab und landeten auf ganz seltsamen geistigen Anhöhen. Mein grösster Horror bei der Be- und Verarbeitung der Teige wäre weder dass ich zu wenig Zucker hätte, noch der Backofen plötzlich ausstiege (obschon, das wäre auch ein mittelprächtiges Desaster). Nein, wirklich schlimm würde ich finden, wenn plötzlich mein betagter Handmixer Jahrgang 1986 aussteigen würde. Zehn Minuten lang Butter schaumig rühren von Hand? Nein Danke! Auch schlimm: wenn die Batterie meiner supergenauen Digitalwaage schlapp machen würde.

Keine der erdachten Katastrophen hat sich in meiner Küche eingefunden. Am Ende eines arbeitsamen Wochenendes waren sechs verschiedene Sorten Guezli fertig. Und alle haben sie schon den Geschmackstest bestanden.

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Ganz ohne Pannen ist die Guezli-Bäckerei aber doch nicht abgegangen, wie das Bild beweist. Wer zuerst herausfindet, was falsch gelaufen ist, wird zu mir nach Hause zu Kaffee und Weihnachts-Guezli eingeladen.

Wer den Fehler nicht findet, dem wünsche ich trotzdem schöne Weihnachten.

Von der Wolke herab

Am vergangenen Wochenende bin ich zeitweilig fast verschwunden zwischen Wolken aus Mehl und Puderzucker, Bergen aus dreckigem Geschirr und Guezlibüchsen, Kompostierbarem wie Orangenschalen, Eier und Zitronen, Schlagkräftigem wie dem Wallholz oder Rezeptbuch.

Diverse Abwaschgänge später ist die logistische Höchstleistung vollbracht. Na fast jedenfalls. Die Chräbeli harren noch ihrer Vollendung. Ansonsten sind zehn Sorten Weihnachtsguezli eingebüchst. Altbewährte genauso wie ein paar Neuausprobierte.

Falls übrigens die seinerzeitige Prophezeiung meiner Mutter, roher Teig zu essen sei ungesund, wirklich zutreffen würde, hätte ich diesen Blogbeitrag von einer Wolke herab veröffentlichen müssen.

Mmmh, Mailänderliteig! Roh genauso gut wie als fertiges Guezli.