Die neun schönsten Monate meines Lebens

Ich freue mich. Freue mich wahnsinnig. Die nächsten neun Monate werden so schön sein. Unvergesslich. Unbeschreiblich schön.

Die nächsten Monate, sie werden frei jeglicher Weihnachts-Aktivitäten sein. Keine opulente Beleuchtung jeglicher Hausfassaden. Keine Lebkuchen, die zur Unzeit im Laden stehen. Kein “White Christmas” aus den Lautsprechern des Shopping-Centers, während draussen die Leute noch immer im T-Shirt flanieren. Keine beleuchteten Hirschlein werden mein Auge beleidigen. Keine bangen Blicke zum Himmel, ob es wohl noch rechtzeitig zu schneien anfangen wird und auch keine Vorschläge in den Zeitschriften für “entspannte Feiertage im Kreise der Familie”. Keine überteuerten Geschenkspackungen in den Läden und – das nehme ich gerne in Kauf – nicht mehr nur noch Fondue-Chinoise-Rölleli in den Tiefkühlschränken.

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Die nächsten neun Monate werden herrlich sein. Absolut weihnachtsfrei! Die neun schönsten Monate in meinem Leben. Und das wirklich Tolle daran: Diese neun Monate kommen jedes Jahr von neuem.

Oh Mensch!

Sein Blick schweifte ins Tal, er kniff die Augen zusammen und wehrte eine Schneeflocke ab, die sich gerade auf seinen Wimpern breit machen wollte. Ungläubig schüttelte er den Kopf. Ihm fehlten die Worte. Das mochte daran liegen, dass er sich hier lange, viel zu lange, nicht mehr zu Wort gemeldet hatte und ihm die Routine etwas abhanden gekommen war. Aber es lag auch daran, dass er dem, was er sah, wenig abgewinnen konnte.

Zweieinhalb Monate lang hatten die dort unten sich auf das grosse Fest vorbereitet. Hatten geplant, organisiert, delegiert. Während Tagen hatten sie Futter und Geschenke angeschleppt. Sie hatten sich den Kopf zerbrochen, was und wie viel für wen, wen überhaupt und überhaupt. Sie hatten ihr Heim mit derart vielen Lichtern verunstaltet, dass es ihn selbst auf dem Berg noch blendete. Halb ohnmächtig vor lauter Festtags-Strategien hatten sie sich schliesslich der Besinnlichkeit hingegeben. Hatten sich ein paar Stunden lang vollgefressen und angeheuchelt.

Und knapp drei Tage später war alles vorbei! Weihnacht war Geschichte. In den Läden gab es Kerzen, Girlanden und Glühwein zum halben Preis. Der Frühling konnte kommen.

Manchmal, so dachte sich der Steinbock, waren doch die da unten eher hirn- als hornlos. Er beobachtete eine weitere Schneeflocke, die auf seinem dicken Winterpelz schmolz und hielt der Zivilisation das hin, was sie seiner Meinung nach verdiente.

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Meine besinnlichen Wünsche


Es ist Tradition, in der Vorweih-nachtszeit in die Einkaufsläden zu rennen, bis man fast von Sinnen ist.

Im grössten Trubel Geschenke auszusuchen,  Schlange zu stehen mit 100’000 Kalorien im Einkaufswagen.

Wie schnell rückt ab der um sich greifenden Hektik der ursprüngliche Sinn des Festes aus dem Fokus.

Ich wünsche euch schöne, geruhsame Festtage
und alles Gute im neuen Jahr.

Bea und der Mitbewohner