Nur 4 Grad

4 Grad Temperaturdifferenz, das tönt nicht nach wahnsinnig viel. Und doch…

Wie ich schon mal in einem Post erwähnt habe, wurde in unserem Haus die Heizung ersetzt. 4 Tage mussten 12 Haushalte ohne Heizung auskommen, 3 Tage ohne Warmwasser.

Es war definitiv unangenehm kalt. Was für verwöhnte, verweichlichte Säcke wir doch sind! Wenn wir mal nicht mindestens 23 Grad in der Wohnung haben, frieren wir uns einen ab. Früher waren das Wohnzimmer und die Küche geheizt, in der Regel mit dem Kachelofen in der Stube und dem Holzofen in der Küche. In allen anderen Räumen war es im Winter kalt oder saukalt.

Was sind also 4 Tage in einer Wohnung, wo es jeden Tag ein Grad kälter wird? Nichts, ausser die Erkenntnis, in welchem Komfort wir doch leben; mit welcher Selbstverständlichkeit unsere Häuser warm sind, das Warmwasser nahezu unbeschränkt fliesst. Eigentlich könnte so eine notfallmässige Heizungserneuerung mitten im Winter dazu dienen, das eigene Tun mal wieder zu überdenken. Dass es nicht zum Grundrecht eines Menschen gehört, im Januar im T-Shirt in der Wohnung rumzusitzen zu können und jeden Tag die Badewanne zu füllen.

Der Effekt wird wohl bald verpufft sein. 

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Mein Wohnzimmer und die langen Unterhosen

Vor einem Viertel-Jahrzehnt haben mein Mann und ich einmal im tiefsten Winter in einer Alpenvereins-Hütte in Österreich übernachtet. Es war bitterkalt, in den Schlafräumen konnte man seinen eigenen Atem sehen. Jeder war froh um jede textile Schicht. Mit einer Ausnahme. Diese hockte morgens um halb Sieben am geöffneten Fenster und war mit dem Kartenstudium beschäftig. Mit nacktem Oberkörper notabene!

Nun, das Wärmeempfinden ist wohl bei jedem etwas anders. Auch meine interne Klimaanlage spinnt momentan ein wenig. Mal grad recht, dann wieder eine Hitzewallung, dann kalte Füsse.

All dies hat nichts mit dem zu tun, was derzeit bei uns im Haus abgeht. Es wird gehämmert und gebohrt was das Zeug hält. Gewiss, es hätte geeignetere Momente gegeben, um die Heizung und den Boiler zu ersetzen. Aber es war nicht mehr möglich, damit bis in den Frühling hinein zu warten. Und im Frühling kann es ja auch noch kalt sein. Jetzt ist es draussen immerhin deutlich über null Grad, es hätte uns auch schlimmer erwischen können!

Da ich im Gegensatz zu anderen Leuten diese Woche nicht einfach ausziehen oder in die Ferien fahren konnte, harre ich in der immer kälter werdenden Bude aus. Das mit dem Heizen finde ich im Moment noch nicht so schlimm (was es zweifellos noch werden wird, wenn es wie angekündigt weitere 2 Tage dauert), und zum Duschen gehe ich einfach ins Fitness-Center.

Man arrangiert sich irgendwie. Das warme Wasser kommt in bescheidenem Ausmasse aus dem Wasserkocher statt in der Komfortvariante aus dem Wasserhahn. Und natürlich kommt es etwas schräg rüber, wenn man im eigenen Wohnzimmer mit langen Unterhosen und vielleicht schon bald auch mit Handschuhen und Mütze sitzt, aber was soll’s. Den Elektro-Ofen mag ich aus diversen Gründen auch nicht den ganzen Tag röhren lassen. Also wird halt noch etwas Eskimo-Training absolviert.

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Es wohnt wieder

Frau Flohnmobils Idee von “schöner Wohnen” hatte ihrem Umfeld einiges abverlangt. In Ermangelung nahezu sämtlicher handwerklicher Fähigkeiten seitens der Auftraggeberin wurden professionelle Maler aufgeboten, um das Wohnzimmer zu streichen. Währenddessen durfte sich Mutter Flohnmobil mit mehreren Metern Stoff herumschlagen, aus denen zu gegebener Zeit Vorhänge werden sollten. Frau Flohnmobil liess sich, als ihre Bleibe am unbewohnbarsten war, bei lieben Freunden zum Nachtessen einladen. Und nicht zuletzt brauchte es ein fachkundiges Paar Hände hinter der Bohrmaschine eines weiteren, hochgeschätzten Freundes, damit die neuen Vorhangstangen überhaupt und im Idealfall nicht schief an den frisch bepinselten Wänden hingen.

Es war ziemlich anstrengende Tage, auch für mich, und ich möchte allen Beteiligten, die mir mir Rat und vor allem Tat zur Seite gestanden sind, herzlich danken für ihren Einsatz. Ich bin sehr froh, dass ich euch habe.

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Noch stinkt es bei mir daheim nach Farbe. Aber unter dem kritischen Blick meines einstigen und noch immer innig geliebten Mitbewohners ist es nun wieder wohnlich geworden.

Schöner wohnen

Im Hause Flohnmobil laufen seit Tagen sämtliche Aktivitäten unter ein- und demselben Motto:

Schöner wohnen

Diese Schönheit muss allerdings hart verdient werden. Deshalb gibt es heute auch keinen eigentlichen Blog-Beitrag. Höchstens den Hinweis, dass es hier weitergeht, sobald ich mir einen Durchblick zwischen all den Pinseln und Farbkübeln verschafft habe.

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Die Wurzelbehandlung

Du musst das Übel an der Wurzel packen, sagte ich mir, und schritt zur Tat. Und das unverzüglich, hemmungslos und nahezu raumgreifend.

Es hatte mal wieder so erbärmlich gestunken in unserem Treppenhaus, dass Lüften alleine nur kurzzeitig Abhilfe schuf. Sobald die Wohnungstüre zum besagten Loch wieder aufging, würde die Stinkerei von vorne beginnen. Also begann ich – und das nicht zu knapp – mit meiner olifaktorischen Gegenwehr. Die Duftnote mag nicht jedermanns Geschmack entsprechen, aber sie ist von edler Abstammung, stammt sie doch aus dem Lande des Goldschätzchens. Und bekanntermassen vertreibt sie schlechte Gerüche. Leider nur die Gerüche und nicht deren Verursacher.

Immerhin weiss man nun, wonach es bei uns im Treppenhaus stinkt riecht.