Nimm sie mit ins Bett!

“Und dann liess ich mir einen Kaffee raus, schnappte die Zeitung und ging mit beidem nochmals hoch.” Sie erzählte es mit einer derartigen Wonne, dass ich keinen Moment daran zweifelte, was sie “oben” machte. Natürlich, sie setzte sich ins Bett und las dort die Zeitung.

“Wäääk”, entfuhr es mir, “das würde ich nie machen, dann hast du ja das ganze Bett voller Druckerschwärze!” Sie schaute mich verständnislos an. “Bea, jetzt übertreibst du aber, das ist doch sooo gemütlich, im Bett Zeitung lesen. Wegen der Druckerschwärze habe ich mir noch nie Gedanken gemacht.”

Tatsache ist, dass ich jedes Mal, wenn ich die Zeitung gelesen habe, als erstes aufstehe und mir die Hände wasche. Diese von der Druckerschwärze gefärbten Pfoten kann ich nicht ausstehen. Der Gedanke, mit diesen Händen meine Bettwäsche zu berühren, widert mich ziemlich an.

Dass meine Bedenken nicht von ungefähr kommen, beweist das Sofa, wo ich seit Jahren immer an der gleichen Stelle meine Zeitung hinlege, wen ich am Lesen bin. Dort ist das Nubuk-Leder um diverse Nuancen dunkler. Das kann gar nicht anders, als von der Druckerschwärze stammen.

Übrigens habe ich in meinem ganzen Leben auch noch nie einen Kaffee im Bett getrunken. Bestenfalls eine Tasse Tee, aber da muss ich krank gewesen sein. Dass ich nichts von Frühstück im Bett mit Bröösmeli auf dem Leintuch halte, überrascht euch wahrscheinlich nun auch nicht mehr.

20181214_083817

Fata Morgana

Im gestrigen Tages-Anzeiger wurde das folgende Bild veröffentlicht:

Bei Temperaturen bis 45 Grad Celsius haben die Behörden in Spanien die höchste Alarmstufe ausgerufen. Diese Kinder suchten Abkühlung in einem Fluss bei Pamplona im Norden des Landes.

Da fragt sich eine mit durchschnittlicher Optik und Intelligenz ausgestattete Leserin, wo bitte auf diesem Bild denn das abkühlende Wasser sein soll.

Zeitung auf Abwegen

Es gibt aus der Sicht eines Zeitungslesers nicht nur Negatives über die Zeitung selber zu berichten. Für einmal soll hier weder vom geschrumpften Lokalteil noch von der absolut überflüssigen Montags-Beilage in Englisch die Rede sein. Auch nicht über einseitige Berichterstattung oder aufgewärmte Agenturmeldungen.

Nein, an dieser Stelle möchte ich offen und ehrlich meine Bewunderung für die Logistik der Zustellung aussprechen. Mein Dank gilt insbesondere den Zustellerinnen (meist sind es meines Wissens tatsächlich Frauen), die bei Wind und Wetter dafür besorgt sind, dass ich morgens meine Zeitung aus dem Briefkasten fischen kann. Ich wage mir nicht einmal vorzustellen, wie es sein muss, dieser Tage in aller Herrgottsfrühe die Zeitungen zu vertragen.

Im Weiteren gilt mein Dankeschön an die Leute des Abo-Service des Tages-Anzeigers, die mir knapp zwei Wochen lang meine Zeitung ans Ferien-Domizil zugestellt haben. Nicht nur das, man hat meine mehrfachen Abänderungen in Bezug auf die Feriendauer zuverlässig umgesetzt. *

Selbstverständlich? Nichts anderes erwartet, schliesslich zahlt man ja dafür?
Wer das glaubt, ist ein verwöhnter Sack!

* Kleingedrucktes:
Das war bei früheren Umleitungen nicht immer der Fall.