Ausgepfiffen

Kaum der achtplätzigen Luftseilbahn Emmetten – Niederbauen entstiegen, hat Frau Flohnmobil schon eine neue Frisur. Der Föhn pfeift unserem heute sehr übersichtlichen Wandergrüppchen ganz schön um die Ohren.

Der einstündige Aufstieg auf den Niederbauen Kulm verläuft fast ausschliesslich im Gegenwind. Kaum zu glauben, dass es auf dem Gipfel nahezu windstill ist. Was für eine Aussicht!

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Nach ausgiebiger Rast und Umeluege machen wir uns an den Abstieg. Der Niederbauen Chulm ist zwar der Höhepunkt, jedoch erst das Zwischenziel des Tages.

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Etwas nervig im Abstieg sind die demontierten Stacheldrähte. Stets drei neben einander liegen mitten auf dem Weg! Natürlich bringe ich den Älplern Verständnis entgegen, dass sie diese Arbeit nicht erst machen können, wenn der hinterletzte Wanderer vom Berg verschwunden ist.

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Der weitere Weg verläuft mal in der Sonne, mal im Schatten. Es aussichtet gewaltig!

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Blick zurück zum Niederbauen Chulm.

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Der zunehmende Gegenverkehr an Wanderern könnte zwei Gründe haben, a) da ist irgendwo ein Nest oder b) eine Bergbahn.

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Auf der Wanderer-Autobahn kommt man uns mit Kinderwägen, Turnschuhen, Handtäschli, Kind und Kegel entgegen.

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Wir haben es bald geschafft.

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Die Klewenalp kommt in Sicht.

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Plötzlich geht alles rassig. Kaum haben wir die Bergstation der Luftseilbahn erreicht, schweben wir schon zu Tale. In Beckenried stehen wir vor der Wahl: mit Postauto und Bahn nach Luzern oder mit dem Schiff. Ersteres scheint weniger kompliziert. Schlanke Anschlüsse in Stans, Luzern und Zürich, dafür ein Kafi ohne Aussicht, bescheren uns eine rekordverdächtig frühe Heimkehr aus der Innerschweiz.

Danke, Beat, für diese gelungene Herbstwanderung.

Mehr Infos und Fotos gibt es HIER.

Karte

Bretonische Souvenirs

Ihre Tochter sei für einen dreiwöchigen Sprachaufenthalt in der Bretagne, erzählte mir die Kollegin, mit der ich kürzlich einen Ausflug machte. Sie komme morgen nach Hause.

Einen halben Tag später die Hiobsbotschaft aus dem Nordwesten Frankreichs: Die Sechzehnjährige hat Läuse, vermutlich übertragen von den Kindern der Gastfamilie.

Sofort und ziemlich synchron begannen meine Kollegin und ich, uns am Kopf zu kratzen. Und ebenso synchron brachen wir in schallendes Gelächter aus.

Ein Smartphone mag ja über viele Funktionen verfügen, die mir unbekannt sind. Aber Läuse kann auch dieses Allerweltsding nicht übertragen.

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Freiwillige Säufer gesucht

Im Frauengrüppchen, mit dem ich einmal pro Monat auf Wanderschaft gehe, hat es sich eingebürgert, auf der Heimfahrt im Zug ein Schnäpsli zu trinken. Nichts Starkes, eher ein klassisches Wiiberschnäpsli der klebrig-süssen Sorte. Verantwortlich für die Mitnahme des Gesöffs zeichnet jeweils die Organisatorin der Wanderung, das Schnapsgläsli zaubert jede Einzelne aus dem Rucksack.

Da ich früher oder später auch wieder mal an der Reihe sein werde, schaute ich mich vor geraumer Zeit anlässlich der Wanderwoche in den Abruzzen nach einem Schnäpsli um, das es bei uns nicht gibt. Meine Wahl fiel auf diese Flasche.

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Da es nicht die Idee ist, dass man am Tag X eine grosse, unverschlossene Flasche durch die Gegend schleppt, schenkte ich mir daheim kürzlich mal ein Gläschen ein. Schliesslich wollte ich wissen, was ich da meinen Kolleginnen in absehbarer Zeit zumuten werde. Und das Gesöff würde ich für die Wanderung ohnehin in eine kleinere Flasche umleeren.

Die  Zutaten liessen durchaus ein potentielles Wiiber-Schnäpsli erahnen: Süssholz, Zucker, Alkohol; daraus resultierend 21 Alkohol-Prozente. Farbe wie Konsistenz liessen zunächst auf reines Erdöl schliessen. Der eine und einzige Schluck, den ich mir genehmigte, überzeugte mich in Sekundenbruchteilen davon, dass dieses Gesöff für die besagte Runde absolut unzumutbar ist. Um nicht zu sagen: Erdöl hätte vermutlich besser geschmeckt. Und letztlich will ich nicht, dass wegen dem Schnäpsli auf meiner darauffolgenden Wanderung plötzlich alle Frauen auf gar seltsame Weise etwas anderes vorhaben!

Ohne Zweifel, würde sich nicht innert nützlicher Frist jemand für dieses Erdöl opfern, es würde in meinem Schrank bis zum Sanktnimmerleinstag ein höchst langweiliges Dasein fristen.

Mittlerweile hat sich ein dankbares Opfer gefunden, das diesen nach übelstem Bärendreck* schmeckenden Likör für trinkbar befunden hat. Dem Vernehmen nach muss er jedoch jedes Mal, wenn er dieses Gesöff zum probieren auftischt, alle anderen Gläser auch leertrinken.

Hauptsache das Erdöl steht nicht mehr bei mir rum!

*Bärendreck (Lakritze) habe ich grundsätzlich gern. Aber auf dem Weg in die Flasche muss etwas passiert sein, mit dem man als normaler Bürger nicht rechnen kann. 

Auf einem der vielen roten Hörner

Es gibt Rothörner, die kann man bequem mit der Bahn erreichen. Das Brienzer Rothorn (2’350 m) beispielsweise. Ebenso das Parpaner Rothorn (2’899 m). Dann gibt es das Zinal Rothorn (4’221 m), das ich vor wenigen Tagen in natura, wenn auch nur aus der Ferne, sah. Und dann gibt es Rothörner, von denen weiss ich nichts. Gestern habe ich so einen roten Hoger bestiegen, von dem ich bis vor kurzem noch nicht mal wusste, dass es ihn gibt.

In Sigriswil ist erst Zwischenstation. Noch wartet eine weitere kurze Postauto-Fahrt, bevor wir den Gipfelsturm aufs Sigriswiler Rothorn (2’051 m) in Angriff nehmen können.

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Der grösste Teil des Anstiegs liegt der Weg im Schatten. Wir sehen den ganzen Sigriswiler Grat, doch wo führt der Weg durch? Welches ist der Gipfel?

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Blick über den unteren Thunersee. Mit Niesen und Stockhorn sehen wir grad zwei Gipfel, auf denen wir innerhalb der letzten 12 Monate waren. Und weiter hinten waren wir dieses Jahr auch mehrmals.

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Das gesamte Mittelland liegt unter einer Nebeldecke.

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Wir kämpfen uns im steilen Gelände bergan.

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Die Landesverteidigung war schon vor uns zur Stelle.

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Wow, solche Wege mag ich!

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Endlich an der Sonne!

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Föhnwalze über dem Berner Oberland. Sie ist uns den ganzen Tag erhalten geblieben.

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Der weitere Wegverlauf ist ganz nach meinem Geschmack.

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Was für ein umwerfend schönes Panorama!

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Die letzten Meter vor dem Gipfel.

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Dies ist der ultimative Beweis, dass man den Gipfel von Sigriswil aus nicht sehen kann, denn wir sehen den Ort vom Gipfel aus auch nicht.

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Der Gipfel-Gueni.

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Frau Flohnmobil übt mal wieder mit PeakFinder.

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Und das ist dabei rausgekommen:

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Uns stehen 1’300 Höhenmeter Abstieg in unterschiedlich anspruchsvollem Gelände bevor.

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Ich hab sie erwischt: Die einzige Wolke am Himmel!!!

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Auf den letzten Metern runter nach Sigriswil.

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Eine prächtige Herbstwanderung! Vielen Dank, Barbara, für die tolle Idee und die Durchführung dieser Wanderung.

Etwas getrübt wird der Genuss auf dem Heimweg. Der Bus von Sigriswil nach Thun bleibt im Stau stecken (was wohl dem Normalfall entspricht), und wir verpassen den anvisierten Zug um mehr als 20 Minuten. Zusätzlich hat der Zug in Zürich einige Minuten Verspätung, sodass ich erneut fast eine halbe Stunde auf meine S-Bahn warten muss.

Mehr Fotos und Informationen zur Wanderung gibt es unter diesem Link.

Karte

Spätzünder

Das habe ich noch nie erlebt! In all den Jahren, und das dürften mittlerweile an die 15 sein, konnte sich mein schöner grosser Kaktus noch nie aufraffen, im Herbst erneut zu blühen.

Da es nun nicht mehr so warm ist und höchstens noch eine Stunde Sonnenlicht die Pflanze erreicht, dauerte es mehrere Wochen, bis sich aus den Knospen die prächtigen Blüten entwickelten. Ich bin gespannt, ob noch alle aufgehen.

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Wie jeweils im Mai sondert die Pflanze eine klebrig-süsse Flüssigkeit ab, die auf den Boden tropft. Das Tröpfchen ist unterhalb des Blütenstempels auszumachen. Anders als im Frühling sind jetzt keine Ameisen mehr zur Stelle, um sich daran gütlich zu tun.

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Frau Flohnmobil ist entzückt!

Hotel ohne Alles

Ich hatte angekündigt, dass mir die dritte und letzte Übernachtung im Rahmen der viertägigen Wanderung im Wallis einen eigenen Blog-Beitrag Wert sei. Während ich dazu noch etwas ausholen muss, mögen zarte Gemüter ihrer geistigen Gesundheit wegen vielleicht eher nicht weiterlesen.

Ich hatte im Vorfeld mehrere Mails in dieses Hotel verschickt. Das Erste, um grundsätzlich abzuklären, ob am besagten Tag bis zu acht Personen beherbergt werden könnten. Das Zweite um zu melden, ich würde bis zu einem bestimmten Tag Bescheid geben, wie viele Personen wir tatsächlich seien. Auf mein drittes Mail, wir seien nur zu zweit, erhielt ich keine Antwort mehr. Ich machte mir aber keine grossen Sorgen, denn es war ja ausserhalb der Hochsaison.

Als sich unsere Gruppe für die letzten zwei Etappen um hundert Prozent vergrösserte, versicherte ich mich kurz im Internet, dass das Hotel noch über freie Zimmer verfügte. Als wir an unserem Etappenort ankamen, orteten wir das Hotel ziemlich schnell. Es war gegen 16.00 Uhr, eitel Sonnenschein über Vercorin. Etwas stutzig machte uns die halbwegs daniederliegende Tafel am Zugang zum Hotel.

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Tapfer schritten wir weiter. Von der Terrasse aus konnten wir beobachten, wie im Carnozet eine angeregte Lismi-Runde mit älteren Damen im Gang war. Immerhin ein Lebenszeichen! Am Empfang erschien kurz nach Betätigen der Glocke eine junge Dame. Ich erklärte ihr, wir seien nicht wie angemeldet zu zweit, sondern zu viert. Und wir wünschten wenn immer möglich Doppelzimmer mit zwei separaten Betten. Keiner von uns war erpicht darauf, vier Quadratmeter Bettdecke mit dem Bettnachbarn zu teilen.

Das alles schien sich problemlos bewerkstelligen zu lassen. Die Rezeptionistin  und Mädchen für alles, wie sich später herausstellen sollte, zeigte uns Zimmer. Das Erste war noch nicht gemacht, die nächsten Zwei entsprachen unseren Vorstellungen. Die Frage, ob wir auch hier essen würden, bejahten wir.

Wir deponierten unsere Rucksäcke im Zimmer und begaben uns zurück auf die aussichtsreiche Terrasse, um unseren Durst zu löschen. Derweil ging ich zurück an die Rezeption um zu fragen, ob man noch eine ID bräuchte, eine Unterschrift vielleicht. Und das Schicksal nahm seinen Lauf.

Mademoiselle beeilte sich, mir zwei Anmeldezettel hin zu schieben. Dumm nur, dass da statt meinem Namen ein anderer stand. Ich machte auf diesen Umstand aufmerksam. Meine Reservation gab es ganz offensichtlich nicht! Nun, damit konnten wir leben, wir hatten ein Bett. Der dicke Hund folgte erst noch. Mademoiselle eröffnete mir – alles im mir verhassten Französisch, wohlgemerkt – dass wir das Frühstück in einem anderen Hotel einnehmen müssten. Ich war dermassen paff, dass ich das erst mal verdauen musste und gar nicht nach dem Grund fragte. Sie schrieb mir die Adresse auf, fand aber keinen Ortsplan auf dem sie mir hätte zeigen können, wo das sei. “Seulement cinq minutes en voitures”, versicherte sie mir. Dass wir zu Fuss unterwegs waren, musste ihr trotz unserer Wanderausrüstung entgangen sein. Es seien aber auch zu Fuss nur fünf Minuten.

Meine drei Wanderfreunde zeigten sich so erstaunt wie ich. Da das Frühstückshotel in genau der entgegengesetzten Richtung unserer morgigen Wanderung lag, entschieden wir uns, im Ort eine Bäckerei mit Café oder dergleichen zu rekognoszieren, wo wir uns morgen stärken konnten.

Das gelang uns nicht ganz auf Anhieb, da mittlerweile das Informationsbüro geschlossen war. Wir mussten einen derart hilflosen Eindruck hinterlassen haben, dass man uns freundlicherweise doch noch aufmachte. So wurden wir nach einigen Umwegen im Hotel Victoria vorstellig, wo man unserem Anliegen grösstes Verständnis entgegenbrachte.  Wir bummelten anschliessend noch etwas durch den Ort, dem ich nur zögerlich gewisse Sympathien entgegenzubringen vermochte, genehmigten uns einen Apéro und gingen zurück ins Hotel, um zu duschen.

Dumm nur, dass meine Haare bereits klatschnass waren, bis ich feststellte, dass der Fön im Bad nicht funktionierte. Einmal mehr fand ich mich an der Rezeption ein. Nach anfänglichem Schulterzucken und der Erklärung, sie arbeite sonst gar nicht hier (aha!!!) fragte mich Mademoiselle, ob es mir etwas ausmachen würde, in einem anderen Zimmer meine Haare zu trocknen. Auch diese Hürde war überwunden.

Frisch gespült und fein duftend fanden wir uns alle Vier gegen 19.00 Uhr im Speisesaal ein. Kurioserweise war dort die Hälfte der Tische fürs Frühstück gedeckt. Wir suchten uns im ungeheizten, nicht sehr einladend wirkenden Raum einen Tisch aus, an dem uns die Fenster einigermassen dicht schienen. Mademoiselle erschien mit der Speisekarte. Diese war so dürftig, dass wir uns – und diesmal ohne es ironisch zu meinen – unserer Gesundheit zu Liebe entschieden, die Küche lieber nicht auszuprobieren. Nebst uns war nur noch ein einziges Paar im Raum, das Raclette bestellen wollte. Leider seien die Kartoffeln ausgegangen, eröffnete ihnen Mademoiselle nicht ohne Bedauern. Die Zwei taten uns richtig Leid, so alleine dinieren zu müssen, denn sie wirkten nicht so mobil und fit, dass sie noch auf die Idee hätten kommen können, das Restaurant zu wechseln.

Wir Vier jedoch marschierten schnurstracks ins Hotel Victoria, wo man uns bereits kannte, einen netten Tisch zuwies und wir Nudeln an Lachssauce bzw. Tomatenfondue bestellten, assen und für sehr gut befanden. Immer wieder drehte sich unser Gespräch um das andere Hotel. Ob wir wohl die letzten Gäste vor dem Abbruch waren? Oder zumindest vor dem Saisonende? Weder noch, das Hotel ist auch heute noch im Internet, beispielsweise auf booking.com.

Nach einem guten Znacht, einer ruhigen Nacht und einem letzten Blick zurück ins Zimmer, ob wir auch nichts vergessen hätten, deponierten wir unsere Schlüssel an der verwaisten Rezeption. Symptomatisch für die ganze Einrichtung hing der eine Schlüssel nur an einem dürren Schnürchen. Wir staunten nicht schlecht, als vor der Hoteltüre ein Papiersack mit frischem Brot stand.

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Kurz vor 8.00 Uhr kehrten wir diesem seltsamen Etablissement den Rücken zu und futterten uns am kleinen aber feinen Frühstücksbuffet im Hotel Victoria die nötigen Kalorien für den bevorstehenden Wandertag an. Sollte ich mich jemals wieder nach Vercorin verirren, würde ich dieses Hotel ohne jegliche Umwege ansteuern.

Mehr Wasser und weniger Wanderer

Dies ist die Fortsetzung unserer Wanderung auf dem Chemin des Bisses vom 1. bis 4. Oktober.

Hier der morgendliche Blick aus dem alten Pfarrhaus, wo wir übernachtet haben:

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Es ist so kalt am Morgen, dass ich doch tatsächlich für eine knappe halbe Stunde meine dünnen Handschuhe anziehe.

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Spätestens nach dem Besuch in der Bäckerei von Nax wird es uns Allen warm ums Herz.

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Ab Nax verläuft der Weg wieder grösstenteils im Schatten. Von einer Bisse ist weit und breit nichts zu sehen.

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An Aussicht fehlt es nicht.

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Ein Versuch mit Peak Finder.

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Der Blick zurück aus dem tief eingeschnittenen Val de Réchy.

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Nach einem steilen Aufstieg, grösstenteils in der Diretissima, erreichen wir

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die Alpage de La Lé.

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Hier, zuhinterst im Tal, wird die Bisse de Vercorin gefasst.

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Endlich mal eine Bisse, die Wasser führt!

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Mal gurgelnd als nahezu natürliches Bächlein,

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auf kurzen Strecken eingedolt geführt,

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mit Schiebern, um das Wasser abzuleiten,

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als schnell fliessendes Gewässer in Metall-Kanälen.

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Die Bisse de Vercorin hat viele Gesichter und ist sehr unterhaltsam zu begehen.

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Am Ende erwartet uns das Glöckchen, dessen Geläut dem früheren Bisse-Wächter anzeigte, dass alles in Ordnung war.

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Vercorin kommt in Sicht. Noch wissen wir nicht, was uns im Hotel alles bevorsteht. Dieses Erlebnis ist mir einen eigenen Blog-Beitrag wert (hier nachzulesen).

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Auch das touristische Vercorin hat einen gut erhaltenen, alten Ortskern.

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Wir schätzen es, dass unser Weg am Morgen schon in der Sonne liegt.

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Bald wird sich herausstellen, dass die Bisse des Sarrasins seit ein paar Tagen (genauer seit 1830…) nicht mehr in Betrieb ist. Der Weg entlang der alten Bisse wurde vor wenigen Jahren wieder instand gestellt.

Was folgt, ist Wandergenuss der Sonderklasse!

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Hier oben ist etwas vom ganz alten Weg erhalten. Keine Panik, der heutige Weg führt unten durch.

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Insgesamt 17 Infotafeln vermitteln dem Wanderer Eindrücke der früheren Zeit.

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Und uf einisch wird’s besonders kurzweilig!

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Mit viel Gelächter robben wir unter dem Fels durch.

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Der Blick ins hintere Val d’Anniviers mit dem Zinal Rothorn. Was sind wir doch für Glückspilze, bei solchem Wetter in solch toller Umgebung wandern zu können!

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Der Unterhalt des Weges ist ein ewiges Werk. Die Treppe scheint ziemlich neu.

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Weit unterhalb von Pinsec befindet sich die alte Wasserfassung und damit der Anfang der seinerzeitigen Bisse.

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Nach einem schweisstreibenden Aufstieg gibt es Mittagspause und Tenue-Erleichterung.

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Unser Ziel ist noch immer zwei Stunden entfernt. Der Weg bleibt einigermassen abwechslungsreich.

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Entlang der Grand Bisse de St. Jean erreichen wir Grimentz.

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Von diesem Dorf hatte ich schon viel gehört, entsprechend hoch waren meine Erwartungen. Ich sollte nicht enttäuscht werden. Grimentz verfügt über einen gut erhaltenen, schmucken Ortskern.

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Es gibt noch viel Arbeit. Val d’Anniviers, je reviendrai!

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Fazit dieser viertägigen Tour: Ich habe mich an der Routenführung von Schweiz Mobil orientiert. Da die dort vorgeschlagenen Tagesetappen etwas unausgeglichen sind (zwischen drei und acht Stunden!), habe ich mich bemüht, Etappen von etwa gleicher Länge zu planen. Wir haben rund zwei Drittel (64 km, 3’273 m Aufstieg, 3’015 m Abstieg) der Original-Route gewandert. Ich ging davon aus, dass man mehr entlang der alten Wasserwege wandert. Insgesamt ist es aber eine sehr lohnende Weitwanderung, auch wenn wir den Anfang aus organisatorischen Gründen ausgelassen hatten. Die letzte Etappe ist absolut sensationell!

Ich danke meinen drei Mitwanderern für die Kameradschaft und stets gute Stimmung, auch wenn es mal nicht so rund lief.

Hier noch der Link zur aufgezeichneten Route von Etappe drei und Etappe vier.

Der Anfang der Route mit der ersten und zweiten Etappe ist HIER beschrieben.

Ich habe noch ein paar sehr aufschlussreiche Informationen zur Bisse des Sarrasins gefunden. Malheuresement seulement en français.

Wasser und Wanderer

Die geplante viertägige Wanderung entlang dem Chemin des Bisses im Wallis fing mit einer Programmänderung an. Diese war dem Wetter geschuldet, hatte es doch am Vortag bis an die Waldgrenze geschneit und war auch an diesem Montag noch kühl, windig und insgesamt eher unfreundlich. So besichtigte unser siebenköpfiges Grüppchen zuerst den unterirdischen See bei St. Léonard. Ich ging davon aus, das wir dort drin den Regenschirm nicht benötigen würden. Und sollte Recht behalten.

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Wieder zurück am Tageslicht war eine Entscheidung vonnöten. Die ursprünglich vorgesehene Route ab Nendaz war aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich. Wir einigten uns darauf, in Veysonnaz einzufädeln und eine Zusatzschlaufe einzubauen, damit noch etwa drei Wanderstunden daraus würden.

Doch zuvor gab es an einem überaus lauschigen Ort Mittagspause, anschliessend einen Startkafi und endlich ging die Wanderei gegen 14.00 Uhr los.

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Wie man unserer Bekleidung entnehmen kann, war es ziemlich frisch, aber durchaus wanderbar.

Im Relais Mayens-de-Sion waren wir gut untergebracht und genossen ein feines Nachtessen.

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Der nächste Tag begrüsste uns mit strahlendem Sonnenschein und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt.

In Hérémence schockte mich/uns der Anblick dieser Kirche, die nach dem Erdbeben 1946 erstellt wurde.

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Drum herum gibt es aber eine ganze Ansammlung schmucker, typischer Walliser-Häuser.

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Nach Hérémence waren wir (völlig geplant) nur noch zu sechst unterwegs. Unterhalb des Dorfs lief die Tourenleiterin (ich!!!) mal wieder den falschen Wegzeichen nach. Vorteil 1) die Tour wurde etwa eine halbe Stunde kürzer. Vorteil 2) wir kamen näher an die Pyramiden von Euseigne heran. Nachteil: Schandfleck in meinem Reinheft, ansonsten mutmasslich keine Spätfolgen. Abgesehen von einem kurzen Stück auf der Strasse ist der Weg sehr schön zu begehen.

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Voilà: Die Pyramiden von Euseigne:

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Wir liessen nicht nur unsere Fantasie, sondern auch unsere Muskeln spielen.

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Im Café du Relais gab es eine Pause, aber leider keine Tartelettes au Citron.

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Dafür ist die Aussicht geradezu berauschend.

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Der Blick geht zurück nach Hérémence, wo die Beton-Kirche mitten im Dorf gut auszumachen ist.

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Er würde auch nach St. Martin reichen. Bis dorthin standen uns noch etwa 2 Stunden Wanderzeit mit einem 450 m langen Aufstieg bevor.

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Der weitere Verlauf des Wegs nervte mich ziemlich. Zu viel auf Asphalt der Strasse entlang! Das Ziel, Mase, erreichten wir über einen weiten Bogen zuhinterst in den Krachen.

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In Mase wollte sich ursprünglich der grössere Teil der Gruppe verabschieden und heim reisen. Zu meiner grossen Freude entschlossen sich Zwei, uns weiter zu begleiten.

Wir waren noch nicht ganz am Ende. Das letzte Teilstück nach Vernamiège liess wieder uneingeschränkte Wanderfreuden aufkommen.

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Und schon kommt das Dörfchen in Sicht. Wir waren im alten Pfarrhaus untergebracht.

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Das waren die ersten zwei von total vier Wandertagen.

Hier ein paar Links:

Routenbeschreibung Tag eins. Tag zwei.

Erste Übernachtung im Relais Mayens-de-Sion. Lasst euch nicht von der Nervosität der Website abschrecken! Die Zimmer sind ordentlich, die Bedienung freundlich, das Essen hervorragend.

Zweite Übernachtung im alten Pfarrhaus von Vernamiège, wo wir sehr nett empfangen wurden, obschon ich erst eine Stunde vor Ankunft meldete, dass wir uns auf wundersame Weise von zwei auf vier vermehrt hätten.

Weitere Fotos und Infos.

Danke an alle, die diese zwei Tage mit von der Partie waren. Wohl waren wir auf dem Chemin des Bisses unterwegs, aber allzu viel Wasser wurde uns nicht präsentiert.

Fortsetzung folgt HIER.

Romantisches Duschen

Ich komme heim vom Wandern, entledige mich meiner Schuhe, stelle den Rucksack ab, freue mich auf eine Dusche und etwas zu essen.

Gerade habe ich eine Kontaktlinse raus genommen – bin also quasi einäugig – flackert kurz das Licht, dann wird es stockfinster in meinem Bad. Ein Blick in den Sicherungskasten; dort ist alles okay. Ein Blick nach draussen – immer noch einäugig – das ganze Quartier im Dunkeln. Sieht verdächtig nach Stromausfall aus.

Ich gehe davon aus, dass der Strom bald wieder fliessen wird, hole Kerzen und stehe unter die Dusche. Erfrischt und vor Sauberkeit (die ich nur erahnen kann) strotzend, gehe ich das Projekt Abendessen an.

Aus dem Keller hole ich den Gaskocher, der uns seinerzeit im Wohnmobil wertvolle Dienste leistete. Damit will ich mir mein Nachtessen zubereiten. Diesen Camping Kocher in Betrieb nehmen war immer Sache meines Mannes. Das rächt sich nun bitterböse; ich bringe den Kocher nicht an. Ich werde mich wohl mal bei Tageslicht um dieses Projekt kümmern müssen. Fürs nächste Mal.

Also kalte Küche. Es gibt Tomatensalat zum Znacht und den Rest Brot, den ich drei Tage mit mir rum trug.

In der Zwischenzeit erreichen mich auf dem Handy Mitteilungen, dass es auch zwei Dörfer weiter stockfinster ist.

Bereits sind 1.5 Stunden vergangen. Ich beginne, diesen Blogbeitrag auf dem Handy zu tippen. Noch ist der Akku zu 60 % voll. Was hätte ich sonst tun sollen…? Lesen bei Kerzenlicht? Frühzeitig zu Bett gehen?

Ich überlege mir bereits, dass ich morgen mit dem Zug fahren werde und schlimmstenfalls mein Handy dort laden könnte, da geht das Licht wieder an.

Nun kann ich doch noch gesittet meinen Rucksack ausräumen und komme heute Abend noch zu einem anständigen Kaffee.