Früh aufstehen

… hat sich gelohnt.

Es war ein perfekter Wintertag, an dem vieles möglich gewesen wäre – ausser abseits gesicherter Pisten unterwegs zu sein. Die Lawinengefahr nach den massiven Schneefällen der vergangenen Tage war immer noch auf Stufe “erheblich”.

Ich habe mich fürs Skifahren am Pizol entschieden.

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Unsere Sprache ist bekannt dafür, dass beliebige Wörter aneinander gehängt werden können und sich – manchmal – ein Sinn daraus ergibt.

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Bei dieser Wortzusammensetzung scheint es aber nicht reibungslos zu klappen.

Ich konnte mir jedenfalls unter dem sperrigen Begriff “Sauberlaufmatten” nicht auf Anhieb etwas Vernünftiges vorstellen.

Es dü-da-dot immer moderner

Heute sah ich sie erstmals, diese zwei kleinen Dinger in der Wand. In der Wand des Postautos. Ich kann mich nicht erinnern, sie schon mal dort gesehen zu haben.

USB-Steckerli sind  es. Nach dem Internet-Empfang im Postauto kann man nun also auch noch sein Handy während der Fahrt laden.

Das besagte Postauto verkehrt regelmässig und ausschliesslich in der näheren Umgebung und ist entweder ganz neu oder zumindest neu umgebaut. Ich frage mich ernsthaft, ob es diesen neuerlichen Komfort wirklich braucht auf einem Kurs, in dem der Fahrgast nach meiner eigenen Einschätzung im Durchschnitt weniger als zehn Minuten verweilt.

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Donald und wir

Ein Besuch im Museum für Kommunikation in Bern, das weiss ich seit gestern, ist

a) sehr lohnenswert und
b) ausserordentlich anstrengend

Denn es gibt dort schlicht und ergreifend zu viel zu sehen.

Da wäre einerseits die permanente Ausstellung, bestehend aus allerlei Gerätschaften und Objekten aus den Anfängen der guten alten PTT, der Telekommunikation, Computern der Urzeit. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein Diktiergerät, so gross wie ein kleiner Kühlschrank, Telegrafen-Stationen, Postschlitten, uralte Telefone. Was da alles mehr oder weniger zufällig angeordnet hinter Glasscheiben ausgestellt ist! Und zu allem kann man eine Geschichte lesen. So man denn überhaupt will.

Daneben gibt es aktuell eine Ausstellung der besten Schweizer Pressezeichnungen des vergangenen Jahres. Diese Form von Humor hat mich seit eh und je begeistert. Wenig verwunderlich, dass sich viele Zeichner von Trump’s Frisur inspirieren liessen. Ich habe mich hier für ein einheimisches Sujet mit unserem damaligen Verteidigungsminister entschieden.

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Und dann noch das Hörerlebnis “Sounds of Silene”. Wie Marsmännchen lauschten wir uns durch diese Ausstellung.

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Als wir dachten, das wär’s dann, folgten nochmals zwei Etagen, die alleine einen Besuch wert gewesen wären. Doch unsere Festplatten waren voll.

Geschlagene vier Stunden verbrachten wir in den diversen Ausstellungen – ohne auch nur annähernd alles gesehen zu haben. Ein letztes Aufbäumen der Energien erfolgte, als wir unser Foto ausdruckten, für das wir eingangs der Ausstellung posiert hatten. Nun sind wir Teil des Ganzen. Zu finden als Grinsen von Donald Duck auf 47P

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oder etwas einfacher hier:

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Also nochmals: Ein Besuch des Museum für Kommunikation lohnt unbedingt. Für Erwachsene wie für Kinder. Aber kein normaler Mensch schafft die ganze Ausstellung in einem Tag.

Mehr Infos und Fotos zu diesem Ausflug gibt es HIER.

Aber das Himbeer Tartelette schmeckte ausgezeichnet

Kürzlich liess ich mich temporär nieder in einer echt schweizerischen Institution. Denn so englisch es auch tönen mag, “Tea Rooms” gibt es nur in der Schweiz. Zu meiner grossen Erleichterung wird in einem Tea Room allerdings auch Kaffee serviert.

In jenem Tea Room, dem eine Confiserie angegliedert ist und in dem ich mir ein überaus leckeres Himbeer Tartelette genehmigte, schien die Zeit still gestanden zu sein. Eben, in der Zeit, als man so ein Lokal noch Tea Room nannte und nicht Café, Coffee Lounge, Cafeteria oder wie auch immer.

Ich sass auf einer Polsterung aus leicht eingerissenem Kunstleder, unter den zahlreichen Lampenschirmchen heizten noch herkömmliche Halogen-Birnen und die Tapete war von einer derart düsteren Scheusslichkeit, dass ich unentwegt aus dem Fenster zu schauen gezwungen war. Aber das Himbeer Tartelette schmeckte ausgezeichnet.

Mein Kaffee, leider etwas durchsichtig ausgefallen, wurde serviert mit etwas Kaffeerahm in einem winzigen Edelstahl-Chrüegli. Die Gäste bestanden vorwiegend aus Damen im fortgeschrittenen Alter. Nun, da gehöre ich über kurz oder lang wohl auch dazu. Dennoch liess ich mir das Himbeer Tartelette schmecken.

In solchen Etablissements, mir kommt da gerade das traditionelle “Café Littéraire” an der Bahnhofstrasse Zürich in den Sinn, konnte man früher die Patisserie direkt am Tisch aussuchen. Mann waren das noch Zeiten, als man nachmittags in dem, was man damals als eine gepflegte Atmosphäre betrachtete, sein Cremeschnittchen mit einem silbernen Dessert-Gäbelchen möglichst ohne Landschaden zu zerlegen versuchte!

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Glückliche VR-Hühner

Im Gewerbemuseum Winterthur läuft noch bis am 28.4.19 die Ausstellung Food Revolution 5.0.

Im ersten Stock zieht ein besonderes Stück Geflügel die Besucher in seinen Bann: ein Huhn mit aufgesetzter VR-Brille. Dem Vogel wird so vorgegaukelt, er gehe als glückliches Huhn durchs Leben, sei an der frischen Luft, finde Würmer zum ausscharren. All das macht die moderne Technik und eine Art “Huhn-Laufband” möglich.

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Angesichts solcher Utopie geriet meine Fantasie ins Wallen. Könnte so etwas auch mit Wanderern möglich sein? Wenn jedes Mitglied unserer Wandertruppe so ein Brille aufgesetzt hätte, unser Wanderleiter das richtige Programm geladen hätte und das Laufband seinen Dienst verrichtete, könnten wir alle bequem von zu Hause aus jedes erdenkliche Ausflugsziel dieses Landes gänzlich ohne Treibhausgas-Emissionen erreichen und wären so glücklich dabei wie das VR-Huhn. Wir könnten miteinander zufrieden gackern, pardon, sprechen. Wir würden uns gemeinsam ans gleiche Seeufer setzen und unser Picknick auspacken, das gleiche Panorama beobachten, zusammen wieder aufbrechen.

Nie mehr müssten wir uns über den Fahrplan der SBB und vollgestopfte Züge ärgern. Wir könnten ausschlafen und dennoch rechtzeitig am Ausgangspunkt sein. Und das Wetter würde uns nie mehr einen Strich durch unsere Pläne machen.

Der einzige Unterschied zum VR-Huhn wäre nur noch: Wir würden die gefundenen Würmer zuerst grillieren.

Wenn Petrus nicht will, stehen wir still

Die ursprüngliche Idee für den gestrigen Tag war, vor einem gemeinsamen Fondue-Essen eine Wanderung durchzuführen, die uns direkt zum Fonduetopf führen würde. Das Wetter jedoch war für letzteres wenig einladend. Im Schneeregen über drei Stunden zu wandern – das war nicht nur für mich etwas zu weit von der Komfortzone entfernt.

So machte ich mich kurzerhand schlau, wo es in der Nähe ein Museum hat, dem wir einen Besuch abstatten konnten. Meine Wahl fiel aufs Gewerbemuseum Winterthur, wo die Ausstellung Food Revolution 5.0 von sämtlichen Witterungseinflüssen unabhängig auf uns wartete.

A propos warten: Am Anfang des Rundgangs wartete ein VR-Huhn und regte erste Gedanken an. Ich werde diesem Geflügel morgen einen separaten Blog-Beitrag widmen.

Zwei Zahlen sind mir geblieben:

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Die Produktion von einem Kilo Mehlwürmer braucht einen Liter Wasser, ein Kilo Rindfleisch schlägt mit 15’000 Litern zu Buche.

Mehlwürmer und Grillen gab es dann auch noch zu verkosten. Wir waren fast Alle mutig.

Anschliessend fuhren wir mit dem Zug nach Pfäffikon, wo wir den Rest der Gruppe trafen und uns im Chalet am See an den gedeckten Tisch setzten.

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Eine wahrlich gelungene Sache! Dieses temporär errichtete Chalet von Brüll! Biers’s Garten ist sehr gemütlich eingerichtet und das Bier-Fondue ist tatsächlich sehr fein. Das muss selbst ich als Bier-Verächterin gestehen. Und das Konzept, dass man das Fondue selber zubereiten muss, finde ich persönlich absolut genial. Es unterstreicht das Gruppenerlebnis des gemeinsamen Essens gleich doppelt.

Die Erkenntnisse des Tages:

  1. Mehlwürmer und Grillen kann man durchaus essen.
  2. Käsefondue scheckt besser.
  3. In einer Gruppe erst recht.

Mehr Infos und Bilder zu diesem ersten “Wander”-Anlass des Jahres gibt es HIER.

Danke allen fürs Mitmachen. Vielleicht können wir daraus eine Tradition machen und uns nächstes Jahr am ersten Samstag des Jahres wieder zum Fondue treffen. Ich stelle mich gerne als Organisatorin zur Verfügung.

In Würde altern

Ich weiss bis heute nicht, weshalb ein Christstollen durchs Lagern besser wird. Aber ich weiss heute, dass dem tatsächlich so ist.

Jedes Jahr das Gleiche: Ich suche ein Rezept für Christstollen. Früher in Zeitschriften und Kochbüchern, in der Neuzeit im Internet. Endlich !!!endlich!!! habe ich ein Rezept gefunden, das mich begeistert hat. Und weil ich Christstollen nur 1 x pro Jahr backe und im nächsten Dezember ohnehin nicht mehr weiss, nach welchem Rezept ich vorgegangen bin, schreibe ich alles auf, solange ich es noch weiss.

Grundsätzlich diente mir DIESES REZEPT VON MIGUSTO als Vorlage. Allerdings mit diversen Anpassungen.

So habe ich die Cranberries mit ca. 100 g Orangeat / Zitronat ergänzt und alle Trockenfrüchte über Nacht zünftig im Röteli eingeweicht. Mangels geschälter, geriebener Mandeln habe ich ungeschälte, geriebene Mandeln verwendet und zusätzlich einige gehackte Mandeln beigegeben. Das erhöht den Biss, was ich ausgesprochen mag.

Gebacken habe ich die zwei Christstollen nicht wie angegeben 25, sondern 30 Minuten. Es kursieren Rezepte, bei denen bleibt das Gebäck 45 Minuten oder sogar noch länger im Ofen. Diesen Fehler hatte ich in vergangenen Jahren auch gemacht und mich gewundert, weshalb der Stollen eher trocken war. Und zu guter Letzt: Mit Butter zu sparen wäre das Dümmste, was man einem Christstollen antun könnte. Kalorien kann man nach den Festtagen wieder zählen.

Endlich weiss ich, wie Christstollen geht! Oder, um es mit den Worten einer Kollegin zu sagen: “Bea, du könntest mit deinem Christstollen jedem Dresdner Bäcker Konkurrenz machen.”

Christstollen mit Cranberries