Der Fredi an meiner Brust

Bei unserer ersten Begegnung klotzte er ziemlich, hielt sich aber dennoch diskret im Hintergrund.

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Danach begegnete mir sein kleiner Bruder mit geschwellter Brust. Das war nun wirklich zuviel des Guten; ich sah mich genötigt, ihm etwas Luft abzulassen. Fortan stand einer ungetrübten Beziehung nichts mehr im Wege und ich liess ihn sich an meine Brust schmiegen.

Wir wurden eins, während wir durch die Wogen glitten.

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Dreiviertel Stunden später allerdings, da übergab ich ihn bereits der Konkurrenz. Eine ebensolche duldete der liebe Bergler nicht und liess Fredi vollends die Luft ab.

Das war’s dann auch schon wieder vom 55. Limmatschwimmen.

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Hat Spass gemacht. Und da die Limmat ziemlich viel Wasser führte, waren wir viel schneller im Ziel als letztes Jahr.

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Wellness fürs Rindvieh

Als ob wir nicht schon genügend Labels für Milch hätten, wird nun in diesem Land im September noch “grüne Milch” eingeführt. Damit die Milch so deklariert werden darf, braucht es einige Voraussetzungen, wie ich in diesem Artikel von 20 Minuten gelesen habe.

Unter anderem – ich zitiere – müssen Kühe an einem der beiden Tierwohlprogramme des Bundes teilnehmen.

Und wenn eine Kuh nicht will?

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Ein weitgereistes Teil

Es ist eins dieser Teile, über die ich schon lange mal schreiben wollte. Es ist bemerkenswert klein, bemerkenswert weitgereist und in erster Linie bemerkenswert zäh.

Während andere Kunststoff-Verpackungen gerade mal den Weg vom Laden heim in die gute Stube finden und dann im Abfall landen, begleitet mich dieses Teil schon über 20 Jahre. Ich kann mich genau erinnern, wo ich es gekauft habe: Beim allerersten Grosseinkauf, den mein Mann und ich tätigten, als wir im März 1999 endlich unseren Camper einigermassen fertig eingerichtet hatten und den Molloch Los Angeles hinter uns lassen konnten.

Das Teilchen gefiel mir wegen seiner Grösse, nichts desto trotz war ich auf seinen Inhalt erpicht. Während dieser einer gewissen Vergänglichkeit unterworfen war, avancierte seine Verpackung zum nachfüllbaren Dauerbrenner. Sie begleitet mich seither auf jeder einzelnen meiner Reisen, egal wie lang oder kurz. Die Wattestäbchen stecken immer in einem Fach meines Necessaires (zu deutsch: Kulturbeutel). Vor kurzem besorgte ich mir ein neues Necessaire (welch Wunder, nach über 15 Jahren führte Jack Wolfskin das gleiche Modell noch immer im Sortiment). Die Kunststoff-Verpackung musste sich also nicht gross umgewöhnen. Ich mich im übrigen auch nicht.

Keine Ahnung, wie oft ich schon Wattestäbchen nachgefüllt habe. Es dürften über die Jahre bestimmt über hundert Mal gewesen sein. Zugegeben, die Verpackung hat etwas gelitten, der Deckel schliesst aber noch immer. Ich wäre untröstlich, würde das Teilchen sich dereinst in seine Bestandteile auflösen. Vermutlich würde ich sogar versuchen, es zu flicken. Ich müsste dann einfach schauen, dass das Flickzeug mich nicht teurer zu stehen kommt, als 24 neue Wattestäbchen samt Verpackung.

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Wandern zwischen Himmel und Erde

Nach einer vierstündigen Fahrt quer durchs Land kommen wir in Grimentz an. Husch die Koffer im Hotel deponiert und schon geht es mit der Gondelbahn hoch nach Sorebois.

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Das Wetter ist okay um nicht zu sagen ideal zum wandern, doch mein besorgter Blick gilt in schöner Regelmässigkeit dem Radarbild. Wird es noch vier Stunden halten?

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Die erste halbe Stunde befinden wir uns noch im Bereich der Skipisten, dem entsprechend langweilig planiert ist auch das Gelände.

Das ändert sich schlagartig, als wir beim Col de Sorbois ins nächste Tal blicken können. Wow! Der kitschig türkisfarbene Stausee Lac de Moiry war mir gleichentags einen kurzen Blog-Beitrag wert.

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Die Wanderung auf dem Chemin 2500 ans Ende des Stausees begeistert mit ihren Blumenwiesen, der Aussicht und der Linienführung.

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Wir kommen trocken zurück ins Hotel. Erst in der Nacht beginnt es kräftig zu schütten, begleitet von Blitz und Donnern. Am nächsten Tag ist ein Alternativprogramm angesagt, die vorgesehene Wanderung würde niemandem Spass machen unter dem Regenschirm.

Wir schlendern zuerst durch das malerische Dorf Grimentz. Das tat ich übrigens im letzten Herbst schon einmal und beschloss damals, hier mal mehrere Tage zu verbringen. (-> Blogbeitrag).

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Obschon es von Anfang an regnet, beschliessen wir zu sechst, eine kurze Wanderung zu machen.

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Der Weg nach Vissoie auf der anderen Talseite ist auch bei Regenwetter gut zu begehen. An seinem Ende werden wir mit einer amächeligen Bäckerei/Café belohnt.

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Am dritten Tag können wir durchstarten. Nach einer Fahrt im vollgestopften Postauto (unsereins komfortabel im Sitzen) besteigen wir bei Chandolin die Sesselbahn nach Le Tsapé.

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Kaum sind wir oben, bleibt die Bahn – aus welchem Grund auch immer – für längere Zeit stehen. Wir möchten nicht tauschen mit all denen, die noch auf den Sesseln sitzen!

Obschon noch etwas Feuchtigkeit in der Luft hängt, sind wir auf Anhieb begeistert von den Ausblicken, die sich uns bieten.

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Der Weg – kurze Zeit noch im Bereich der Skipisten – schlängelt sich dem Hang entlang.

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Im Bereich der Standseilbahn von St. Luc nimmt die Personendichte rapide zu.

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Im historischen Hotel Weisshorn auf 2’337 m genehmigen wir uns eine Kaffeepause.

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Danach wird der Weg schmaler, abwechslungsreicher und noch aussichtsreicher.

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Nach 19 Kilometern, 5 1/2 Stunden und einem finalen Abstieg über mehrere hundert Höhenmeter mit glühenden Bremsmuskeln erreichen wir Zinal. Dort wird morgen auch der Zieleinlauf sein des berühmt-berüchtigten Bergrennens von Sierre nach Zinal. Wir haben schon mal vorgegriffen und sind über weite Strecken auf dieser Route gelaufen.

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Nach dieser herrlichen Wanderung, auf der ich vor Freude die ganze Welt hätte umarmen können, hätte ich nicht gedacht, dass noch eine Steigerung möglich ist. Weit gefehlt!

Am vierten und letzten Tag lassen wir uns von der Gondelbahn nach Bendolla fahren. Anfänglich geht es relativ flach auf einer Fahrstrasse immer knapp im Bereich der Waldgrenze entlang, dann wird der Weg schmaler und steigt an.

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Es ist nahezu wolkenlos. Was sind wir doch für Glückspilze, an so einem Prachtstag wandern zu können!

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Bei La Brinta beginnt der absolut begeisternde Abschnitt dem Grat entlang zum Roc d’Orzival.

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Blick zurück. Über weite Teile sind wir dem Grat von rechts her gefolgt.

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Es folgt der Abstieg, teilweise über Skipisten, zurück nach Bendolla.

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Wir machen eine regelrechte Ziellandung und huschen ohne jegliche Wartezeit in eine der Gondeln, die nur alle Stunden fahren.

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Nach vier erlebnisreichen Tagen machen wir uns – gesättigt von vielen Eindrücken – auf den langen Heimweg.

Danke allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft. Ihr seid eine so pflegeleichte Truppe, dass es eine wahre Freude ist, mehrtägige Touren zu organisieren. Bis bald!

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Mehr Infos und Bilder zu diesen vier Wandertagen im Val d’Anniviers gibt es HIER.

Verflixt und zugewandert

Nach langer Anreise begannen die Wanderfreuden auf der Alp Flix. Das Wetter zeigte sich anfangs noch etwas zugeknöpft.

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Als geübte Wanderer erkannten wir jedoch rasch, was die Gegend für ein optisches Potential hat.

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Nicht ganz klar war dagegen, wo hier ein Weg durchführen sollte.

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Aus der Nähe erwies sich dieser aber als gut erkennbar.

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Unterhalb der Fuorcla dil Leget wurde es immer karger.

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Doch selbst auf 2’700 m wachsen noch Pflänzchen.

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Nichts für zarte Pflänzchen war ein Bad in diesem See. Frau Flohnmobil verzichtete leicht fröstelnd.

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Der höchste Punkt war erreicht.

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Am Julierpass endete der erste Wandertag und wir bestiegen das Postauto nach St. Moritz.

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In der Jugendherberge waren wir preisgünstig und verkehrstechnisch relativ gut untergebracht. Der nächtliche Lärm der Zimmernachbarn war im Preis inbegriffen.

Der zweite Wandertag begann mit einer Postauto-Fahrt über den Julier. In Bivio folgten wir der alten Handelsstrasse bis zum Septimerpass. Schon zu Römers Zeiten wurde dieser Pass begangen. Damals sah es wohl hier noch etwas weniger technisch aus.

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Statt dem Septimer weiter ins Bergell zu folgen,

bogen wir zum Pass Lunghin ab.

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Auf der einzigen dreifach Wasserscheide Europas tummelten sich derart viele Leute, man hätte meinen können, der nächste Parkplatz liege nur ums Eck.

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Auf 2’485 m lockte der Lägh dal Lunghin zum Bade.

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Frau Flohnmobil – bei derartigen Wassertemperaturen bekennend wasserscheu – freute sich derweil lieber an der winzigen Flora.

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Das Panorama beim Abstieg nach Maloja war absolut begeisternd schön.

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Und so endete dieser Tag wie er begonnen hatte: mit einer Postautofahrt.

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Am dritten Tag wollte das Wetter nicht mehr so recht. Improvisationstalent bei der Routenwahl war angesagt.

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Die immergleichen Unentwegten liessen sich auch im Regen nicht von einem Bad im Lägh da Cavloc abhalten.

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Hier entschieden wir aufgrund des Radarbildes, die Tour abzubrechen und nach Maloja zurückzukehren.

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Während die Einen noch einen Abstecher nach Chiavenna machten um violette Teigwaren zu kaufen

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entschied ich mich für den direkten Heimweg, der auch so noch lang genug wurde.

Ein lustiges Trüppchen waren wir. Vielen Dank an Barbara für die Idee und Organisation dieser dreitägigen Wanderung und allen Mitwanderern für die tolle Kameradschaft.

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Mehr Infos und Fotos zu den Wanderungen gibt es HIER.