Zeigt her, eure Schuh!

Es war damals so etwas wie der Eintrittstest in den Kindergarten: Ob man es konnte oder nicht. Heute, im Zeitalter von Spielgruppen und rosa Klettverschlüssen, hat sich das alles etwas geändert.

Mittlerweile weiss ich: Die Fertigkeit, Schuhe zu binden, ist buchstäblich ein Kindergartenspiel im Vergleich zu dem, was einem im Erwachsenenalter in Sachen Schuhbändel erwartet.

Gehen nämlich an einem geliebten Paar Schuhe (und sie tun es nur bei geliebten Schuhen!) die Schuhbändel kaputt, beginnt eine zum vornherein aussichtslose Suche nach passendem Ersatzmaterial. Es sei denn, man trage der Einfachheit halber nur schwarze Schuhe. Schwarzschuhträger können jederzeit und überall aus dem Vollen schöpfen.

Wenn aber das Schuhsortiment etwas farblich assortiert sein darf, wird es schwierig. Ich finde jedenfalls diese 08-15-Schuhbändel, die man mir im Fachgeschäft verkauft hat, ziemlich hässlich, verglichen mit dem ausgefransten Modell auf der rechten Seite.

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Und momentan arbeite ich mit allen verfügbaren Kräften daran, den blütenweissen Schuhbändeln meiner Trekking-Schuhe einen dunkleren Teint zu verpassen.

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Am grössten Räbeliechtli-Umzug des Landes

Räbeliechtli-Umzug, kennt man das überhaupt ausserhalb unserer Landesgrenzen? Nicht mal Wikipedia gibt eindeutige Auskunft darüber. Ich stelle deshalb hier und jetzt die Behauptung auf:

Die Schweizer haben’s erfunden. Jawohl!

Und die Richterswiler haben daraus einen weit über die Gemeindegrenzen bekannten Grossanlass gemacht.

Wir hatten den Besuch der Räbenchilbi mit einer kurzen, nahezu flachen Wanderung von der Halbinsel Au nach Richterswil verbunden.

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Am Eingang von Richterswil wurden wir von den Verkäufern des Festabzeichens regelrecht überfallen. Für acht Franken kauften wir so einen Plämpel und hatten fortan Ruhe.

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Nach einer Stärkung an einer der vielen Fress-Stände machten wir einen Rundgang durchs Städtchen. Überall Räbeliechtli! Auf dem Boden, auf Fenstersimsen, Dachvorsprüngen, in Schaufenstern. Dem Bann der Räbeliechtli kann sich in Richterswil offenbar niemand entziehen.

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In die einen Räben waren wahre Kunstwerke geschnitzt.

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Wir reihten uns am Strassenrand in der Nähe des Bahnhofs ein. Eine kluge Wahl, wie sich später herausstellen sollte, begann doch der Umzug in unmittelbarer Nähe. Dann ein Knall, alle Lichter gingen aus, selbst die Reklametafel des Restaurants gegenüber.

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Es folgten in Abständen die kunstvoll drapierten Wagen der verschiedenen lokalen Vereine, dazwischen Musikkapellen und immer wieder die  Einzelräben der Schulklassen.

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Wie viel Arbeit muss hinter all diesen Werken gesteckt haben. Wenn ich nur schon denke, bis all die Kerzen brannten!

Fazit: Ein Besuch der Räbenchilbi lohnt sich auf jeden Fall. Wenn wie gestern das Wetter mitspielt, ist es umso schöner.

Hier noch ein paar interessante Zahlen und Tatsachen zur Räbechilbi.

Mehr Informationen zur vorangegangenen Wanderung und Fotos gibt es HIER.

Flüssigpizza

Der letzte Beitrag zu dieser seltsamen Joghurt-Kreation mit Linzertorten-Aroma hat meine Fantasie beflügelt, um nicht zu sagen, ich bin wahnsinnig kreativ geworden. Wobei man das “wahnsinnig” durchaus wahnsinnig ernst nehmen darf.

Was für Joghurts könnte die Lebensmittel-Industrie sonst noch kreieren? Es ging schon mal ein ganz passabler Vorschlag für ein Bündner-Nusstorten-Joghurt ein. Ich schrieb es mir auf die Fahne, dieser Frage seriös auf den Grund zu gehen. Und ich stiess auf das ultimative Joghurt, auf das die Menschheit garantiert sehnlichst gewartet hat.

Wie wär’s mal mit einem Pizza-Margherita-Joghurt? Bei der grossen Beliebtheit, die Pizzen geniessen, müsste das der absolute kulinarische Knaller werden. Stellt euch vor, kein kräfteraubendes Herumsägen auf dem Pizzarund mehr. Die Joghurt-Margherita würde in leicht flüssiger Form im Plastik-Quetschbeutel daher kommen. WEISCH WIE PRAKTISCH! Viel faster kann Fast Food nicht sein.

Und ausserdem: die ultimative Wanderer-Verpflegung! Dank grosszügiger Bestückung mit Konservierungsstoffen und E-Nummern ist so eine Flüssigpizza monatelang haltbar. Und sie wäre auch in veganer Version absolut denkbar, denn Givaudan hat bestimmt schon Mozzarella im Sortiment.

Ich bin mir ganz sicher, ein solches Pizza-Margherita-Joghurt hat gewaltiges Potential….

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… fragt sich nur, für was…!

Potentielle Waffen

Natürlich sah ich den Hinweis am Check-In-Schalter. So unübersehbar wie er war, so geflissentlich ignorierte ich ihn. Wanderstöcke, das ging unmissverständlich daraus hervor, waren im Handgepäck nicht erlaubt. Und wo befanden sich meine Wanderstöcke auf dem Heimweg von La Palma? Genau!

Ich hatte absolut keinen Bock, vor versammelter Meute meinen Koffer zu öffnen und die faltbaren Wanderstöcke irgendwie dort hinein zu versenken. Und schliesslich hatte ich auf einem früheren Flug mal gesehen, dass eine Passagierin ihre Wanderstöcke mit in die Kabine nahm. Dessen ungeachtet: Ich blieb in der Sicherheitskontrolle hängen. Und war nicht gewillt, meine 200 Franken teuren, praktisch neuen Stöcke kampflos aufzugeben.

Man bot mir an, ich könne meinen Rucksack, den ich mit in die Kabine hätte nehmen wollen, als Fluggepäck aufgeben. Das tat ich dann auch. Ich zerpflückte meinen Rucksack, nahm das Notebook und was ich auf dem vierstündigen Flug sonst noch zu gebrauchen trachtete, heraus und eilte einen Stock tiefer zurück ans Check-In. Zum Glück ist der Flughafen in La Palma sehr übersichtlich! Nebst den Nerven, die ich an der Sicherheitskontrolle schon abgeraspelt hatte, ging das Aufgeben eines weiteren Gepäckstücks flott über die Bühne. Zu solch fortgeschrittener Zeit war niemand mehr am Anstehen. Gleichzeitig konnte so auch das Taschenmesser eines Mitwanderers heim gerettet werden.

Irgendwo über dem Atlantik blickte ich mal in eine andere Richtung als immer nur zu meinen beiden Kolleginnen, mit denen ich die ganze Zeit tratschte. Ich traute meinen Augen kaum – die Passagierin schräg vor mir war tatsächlich am Stricken!

Kann mir bitte mal jemand plausibel erklären, weshalb meine faltbaren Carbon Wanderstöcke gefährlicher sein sollen, als Stricknadeln aus Metall?

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Nicht mehr fremdbestimmt

Eine Woche hat gereicht, war genau richtig. Ich hätte nicht länger gewollt.

Sie war toll, diese Wanderwoche auf La Palma. Organisiert von Imbach Reisen, wurden wir von unserer kundigen, mit allen erforderlichen Wässerchen gewaschenen Reiseleiterin an verborgene landschaftliche Perlen herangeführt, in die einheimische Küche eingeweiht, über das Entstehen der Kanarischen Inseln, deren Besiedlung, Eroberung, wirtschaftliche Bedeutung aufgeklärt.

Eine geballte Ladung an Informationen kam jeden Tag auf uns zu, sei es während der Fahrt im Bus oder unterwegs auf den Wanderungen. Das kann man beim besten Willen nicht alles behalten!

Auch wenn täglich nur etwa drei bis vier Stunden gewandert wurde, die Tage waren voll, manchmal fast übervoll. Einerseits bedurfte es täglich einer Anfahrt von vierzig Minuten bis zu eineinhalb Stunden. Andererseits wurden wir fast jeden Tag in eine kulinarische Spezialität eingeweiht, sei es in Form eines speziellen Getränks (Barraquito hat absolutes Suchtpotential), eines Versüecherlis des auf den Lavafeldern angebauten Malvasias oder gar eines kompletten Mittagessens.

Ich hätte mir manchmal etwas mehr Zeit zur freien Verfügung gewünscht. Mitunter blieb gerade noch eine Stunde zwischen Rückkehr und Nachtessen.

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Das war für mich das dritte Mal, dass ich mit einer organisierten Wandergruppe unterwegs war. Solche Wanderungen sind absolut nicht zu vergleichen mit den (teils mehrtägigen) Wanderungen, die ich selber für unsere Wandergruppe organsiert habe bzw. an denen ich sonst mitmache. Aber eine Gemeinsamkeit, so heterogen die Zusammensetzung der Imbach-Gruppe auch war, war offenkundig, um nicht zu sagen absolut unüberhörbar: Wir hatten es immer lustig. Ein Käferfest jagte das andere. Und so sehr ich mich auch bemühte, ich konnte keinen Walter ausfindig machen.

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Alles Vulkan!

Vulkane und insbesondere das Vulkangestein, das ich in den vergangenen Tagen aus nächster Nähe betrachten konnte, haben viele Gesichter. Beispielsweise dieses:

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Mit etwas Fantasie entdeckt man in den erstarrten Lava-Strömen, in den Kratern und der Caldera hüben wie drüben Gestalten, Tiere, markante Umrisse oder auch einfach nur prächtige Farben oder Gesteinsformationen.

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Der letzte Vulkanausbruch auf La Palma ereignete sich 1971.

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Die meisten obigen Bilder entstanden auf der Ruta de los Volcanes, die wir in zwei Etappen vom Refugio del Pilar nach Faro de Fuencaliente bewandert hatten.

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Dieses hier zeigt die riesige Caldera de Taburiente von La Cumbrecita aus.

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Und hier an einem anderen Tag fotografiert von Pico de la Cruz.

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Kuh mit BH

Man sieht ja so Manches am Wegesrand, über das man verwundert die Stirn runzelt.

Der Anblick dieser Kuh bildete da keine Ausnahme.

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Ich habe mir von kompetenter Seite sagen lassen, dass mache man mitunter so bei Kühen, die frisch gekalbt und ein entsprechend grosses Euter hätten. Es gehe darum, dass die Kuh nicht auf ihre Zitzen stehe und sich verletze.

Etwas schräg sieht diese Milchfabrik mit BH ja schon aus.