Wohin damit?

Lidl gehört nicht mehr zu den Läden, die ich regelmässig aufsuche. Das hat nicht nur damit zu tun, dass ich Migros und Coop einfach zu Fuss erreiche, während ich zu Lidl das Auto bräuchte oder einen Marsch ins Industriegebiet auf mich nehmen müsste.

Dennoch ist es manchmal ganz kurzweilig, sich den chinesischen Qualitäts-Schrott anzuschauen, der dort verkauft wird. Und zugegeben, Lebensmittel sind günstiger als bei Migros und Coop.

Das war vielleicht auch der Grund, weshalb wir damals dieses Viererpack Bio-Äpfel kauften. Mittlerweile sind sie gegessen und der Bergler wollte die Verpackung entsorgen. Und erlebte dabei eine Überraschung. Auf dem vermeintlichen Karton steht “Diese Schale besteht aus Graspapier”. Stirnrunzeln. Graspapier? Haben wir noch nie gehört. Völlig uneins, wie das Teil nun artgerecht entsorgt werden soll, wandten wir uns in unserer grossen Not an Lidl.

Noch steht die Antwort aus. “Aufgrund der aktuellen Lage sind unsere Kapazitäten eingeschränkt. Wir erhalten aktuell sehr viele Anfragen und versuchen diese zeitnah zu beantworten.”  Der Bergler und ich müssen weiterhin rätseln, ob wir das Stückchen Irgendwas ins Altpapier geben sollen, in die Kartonsammlung oder der erstbesten Kuh verfüttern.

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Begegnung am Wegesrand

Ich suche nie Morcheln. Aber ab und zu finde ich welche. So wie diese zwei heute, die direkt am Wegrand standen.

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Hätte ich mich noch etwas länger umgeschaut – wer weiss…

Da der Bergler Morcheln – im Gegensatz zu all den anderen Pilzen, die wir im Herbst nicht nur finden, sondern aktiv suchen – nicht schätzt, blieb die kulinarische Köstlichkeit mir vorbehalten.

Ich habe die zwei Morcheln (wen es interessiert: zusammen 35 Gramm) fein aufgeschnitten und in etwas Butter gedünstet, danach zusammen mit Salat gegessen.

Meine Schwiegermutter

…wird immer stacheliger und

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kratzbürstiger.

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Und ausserdem ist sie mittlerweile ziemlich rund.

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Was ich ihr nicht verübeln kann, schliesslich gedeiht sie unter meiner Pflege prächtig. Nun darf sie wieder bis im Herbst im Freien stehen und sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen.

Echinocactus grusonii – im Volksmund Goldkugelkaktus oder Schwiegermutterstuhl genannt. Seit bald 30 Jahren meiner Pflege ausgesetzt, dürfte ca. 35 Jahre alt sein.

Beweisstück Unterhose

Dem Bergler schien es irgendwie nicht ganz wohl bei der Sache. Er erwägte allen Ernstes, die Mission in der Nacht zu erledigen. Er wollte nicht vor den Nachbarn als – na was eigentlich, durchgeknallt vielleicht? – darstehen.

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Wir erledigten es dann trotzdem am helllichten (Sonn)Tag und niemand hat uns – jedenfalls bis jetzt – in die Klapsmühle einliefern lassen. Immerhin haben wir im Dienste der Wissenschaft gehandelt ….

…. und UNTERHOSEN eingegraben.

Ja, Unterhosen vergraben! Zwei Paar Baumwoll-Unterhosen in Bio-Qualität sollen Aufschluss geben über die Qualität unseres Bodens. Für diese schweizweite Studie vergraben in diesen Tagen noch weitere 999 Durchgeknallte nach genauer Anleitung zwei Paar (ungebrauchte!) Unterhosen und 12 Teebeutel.

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In einem Monat sollen wir das erste Paar Unterhosen samt sechs Teebeuteln wieder sorgfältig ausgraben und trocknen lassen. Einen weiteren Monat später dasselbe Procedere mit dem zweiten Paar. Und dann wird alles zurückgeschickt an die Uni Zürich. In der Zwischenzeit sollen die Bodenlebewesen fleissig sein und sich über die Unterhosen her machen, sodass im Idealfall am Schluss nur noch das Gummiband und die Nähte übrig sind. Man darf gespannt sein.

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Und wer immer noch glaubt, wir seien durchgeknallt, hat vielleicht nicht ganz unrecht, kann sich jedoch hier vergewissern, dass es das Projekt tatsächlich gibt.

Ein seltsamer Winter

Es bahnte sich an, dass der Winter 20/21 irgendwie komisch werden würde. Von Anfang an war mir klar, dass ich mich nicht mit einer Gesichtsmaske auf die Skipiste begeben würde. Gleichermassen unwillig war ich, irgendwo am Pistenrand schlotternd eine Bratwurst zu verdrücken, nur weil die Restaurants nicht geöffnet haben durften. So wurde der vergangene Winter zumindest in Sachen Pistenskifahren eine Nullnummer.

Nichts desto trotz lag vor der Haustüre im Dezember derart viel Schnee, dass der Bergler und ich uns am 7.12. aufmachten für die erste Skitour.

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Es sollten noch deren 9 folgen in der näheren Umgebung, meist begleitet von eher bescheidenen bis katastrophalen Schneeverhältnissen.

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Ein Highlight der besonderen Art war die Skitour aufs Stöcklichrüz mit Abfahrt nach Lachen. Ich weiss nicht, ob diese Tour mit einer Abfahrt fast bis ans Ufer des Zürichsees in meinem Leben nochmals möglich wird.

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Das Saison-Finale in Bivio letzte Woche war gekennzeichnet von hochwinterlichen Verhältnissen. Am ersten Tag leichter Schneefall und unerwartet viel Neuschnee am Piz Campagnung.

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Am zweiten Tag traumhafte Verhältnisse für die Besteigung des Roccabella.

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Und am dritten Tag eine absolut begeisternde Pulverschneeabfahrt (so spät im Jahr!!!!) vom Crap da Radons.

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Das war also mein Winter. Halt, nicht ganz! Denn es gab auch noch diverse Schneeschuh-Touren.

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Aber jetzt reichts wirklich. Und ich freue mich auf den Frühling.

Ostern am Doubs

Über die vergangenen Ostertage sind wir in drei Etappen dem Doubs entlang gelaufen.

Am Ostersamstag, ziemlich kühl dank zügiger Bise, sorgte das Bähnli auf der letzten Etappe der Anreise, für einen gehörigen Jöööö-Effekt.

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Der Ausblick auf den Lac des Brenets war für den Wow-Effekt verantwortlich.

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Der Weg entlang des Lac de Moron sorgte für einen gewissen Langeweile-Effekt.

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Auch wenn er mit landschaftlichen Reizen nicht geizte.

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Barbara sorgte für den Wow-so-schön-Effekt mit ihren selbstgefärbten Eiern.

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Wenn es denn mal windstill war, kam sofort der Aaah-könnte-das-schön-sein-Effekt auf.

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Und zu guter Letzt erzeugte der Anblick der nahen Unterkunft den Aaah-mir-händs-gschafft-Effekt.

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Im Maison Monsieur mussten wir uns über den Wirt ärgern, der – obschon nicht voll besetzt – keine Gnade für eine begründete, kurzfristige Absage in unseren Reihen kannte. Monsieur hatte gewiss unter den Folgen von Corona zu leiden. Aber das hätte er nicht unbedingt an uns auslassen müssen. Einen Pauschalpreis zu verlangen, egal ob das Zimmer von einer oder zwei Personen belegt ist, mag für Monsieur einfach zum rechnen sein. Gästefreundlich ist das nicht.

Am Ostersonntag begrüssten uns ein tiefblauer Himmel, ein spiegelglatter See und Temperaturen knapp über Null.

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Die Etappe erwies sich als äusserst abwechslungsreich, da wir dank eines Hinweises auf der Wandersite vorwiegend auf der französischen Seite unterwegs waren.

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Der Doubs, der über weite Teile eine natürliche Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz bildet, ist ein sehr abwechslungsreicher Fluss mit zahlreichen Windungen, gestauten Abschnitten, Schluchten, felsigem Flussbett.

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Total beeindruckt waren wir alle von dem vielen Moos, das von den Bäumen hing und die Felsen bewuchs. Für mich war das klar der schönste und abwechslungsreichste der drei Wandertage.

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Unser Zielort:

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Am Ostermontag konnten/mussten wir uns gute 1,5 Stunden lang auf der breiten Fahrstrasse bis Moulin Jeannottat einlaufen.

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Dort verliessen wir wir den Doubs-Uferweg und folgten dem Weg, der kurz etwas ruppig und wild “landeinwärts” führte.

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Auf den Jurahöhen angekommen erwartete uns nicht nur die für die Gegend typischen Weiden

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sondern auch bunte Frühlingsboten. Ich weiss bis heute nicht, wieso die Osterglocken wussten, dass an diesem Wochenende Ostern war.

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Ein kurzer Abstieg nach Saignelégier, ein Abstecher zur Patisserie Parrat (seeeehr empfehlenswert), und schon bald warteten wir aufs Zügli, dass uns wieder heimwärts bringen sollte.

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Ostern 2021 ist Geschichte. Danke vielmal allen, die dabei waren und zum Gelingen dieser Tour beigetragen haben. Eine Wanderung ist immer nur so gut wie die Leute, die dabei sind.

Für die Statistik:

Tag 1: 19 km, 478 m duruf, 729 m durab
Tag 2: 20 km, 324 m duruf, 451 m durab
Tag 3: 15 km, 697 m duruf, 207 m durab

Das Leiden hat ein Ende

Wie ich hier nicht zum ersten Mal erwähne, kann ich veganer Ernährung kein Verständnis entgegenbringen.

Trotzdem kann ich mich dieser Tage gut in Veganer hineinfühlen und verstehe durchaus, wenn sie sich über Ostern irgendwohin weitab der Zivilisation verkriechen.

Es muss für die vegane Community ein unerträglicher Anblick sein, wenn die halbe Menschheit Ostereier isst und Schoggihasen ein Ohr abbeisst.

Deshalb treibt mich gerade die Frage um, ob dem Nachwuchs von Veganern überhaupt das Märchen von Osterhasen aufgetischt wird….?

Es geht auch ohne Corona

Es erscheint mir in diesen Tagen nicht so sehr wichtig, wo man wandert, sondern dass man wandert. Und dass man dieses “dass” am besten in Gesellschaft macht, liegt sehr auf der Hand.

So starteten wir denn heute unsere Wanderung zu siebt an den Gestaden des Zürisees, folgten diesem einige hundert Meter  und schwenkten alsbald ins Landesinnere. Dort erwartete uns das Horgener Aabachtobel mit viel, viel Bärlauch

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und einigen topografischen Überraschungen.

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Nach Überqueren der lautstarken A3 “erklommen” wir den Zimmerberg und enterten eine Feuerstelle am Horgener Bergweiher.

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Mit vereinten Kräften entfachten wir ein Feuer, um nach alter Schweizer Tradition Würste zu bräteln. Bevor die Würste auf den Rost kamen, offerierte uns Esther den Apéro.

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Als Tüpfli auf dem I konnten wir auf dem gutbesuchten Picknickplatz in perfektem Corona-Abstand Kafi trinken.

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Unspektakulär aber sonnig und heiteren Mutes gings weiter, vorbei am Thalwiler Waldweiher

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am Gattiker Weiher

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und  zu guter Letzt über die Sihl nach Langnau zum Bahnhof.

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Wie schön, dass es auch in diesen Tagen Momente, gar Stunden gibt, in denen man keinen einzigen Gedanken an Corona verschwendet.

Danke vielmals allen, die dabei waren und zum Gelingen dieses Tageswerks beigetragen haben. Wir haben nicht zum letzten Mal zusammen gebrätelt. Versprochen!

Des Gärtners Edelmetalle

Der Bergler und ich hatten über den Winter genügend Gelegenheit, neue Projekte im Garten auszuhecken. Mittlerweile ist die Zeit gekommen, um diese eins ums andere umzusetzen.

Der Kompost wird landläufig auch als das Gold des Gärtners genannt. Als derart preziös hätten wir den umzingelten Dreck zwar nicht bezeichnet. Aber da das Gitter übervoll zu werden drohte und wir parallel dazu in naher Zukunft Hummus brauchen werden, hatten wir uns entschlossen, den gesamten Kompost durchzusieben und umzuschichten.

In so einem Kompost leben bekanntlich ganz viele Kleinstlebewesen, die das laufend zugefügte Rohmaterial umwandeln und abbauen. Nachdem wir uns bis auf die unterste Schicht des Haufens, die gemäss Bergler über 10 Jahre alt sein dürfte, vorgearbeitet hatten, kennen wir nun diesen Mikrokosmos etwas besser. Er besteht nicht nur aus Springschwänzen, Regenwürmern und Käfern, sondern gleichermassen aus Teebeuteln, Knochen, Steinen und allerhand prähistorischen Tonscherben.

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Ü 120

Mittlerweile sind bei uns alle Läden wieder geöffnet – zumindest diejenigen, die den jüngsten Lockdown überlebt haben. Ich gebe schamlos zu, ich hatte mal wieder Lust, etwas Geld auszugeben. Und zu diesem Zweck begab ich mich in ein mittelgrosses Einkaufszentrum.

In einem Warenhaus stöberte ich durch die Lingerie-Abteilung. Dort war zwar – wie im restlichen Geschäft – Inventur im Gang, was das Einkaufserlebnis leicht schmälerte. Ich fragte mich, wieso man nicht die vergangenen Wochen genutzt hatte, um all die Bleistifte, Seifen, Hemden und Löffel zu zählen. Überall hockten die Zähler, die ganz offensichtlich nicht zum angestammten Personal gehörten, zwischen den Regalen auf Kisten und Stühlchen. Es mutete etwas seltsam an – bei der Bestandesaufnahme der BHs und Unterhöschen konnte ich nur Männer ausmachen.

Während ich auf der Suche nach netter Unterwäsche war, hörte ich hinter mir eine männliche Stimme fragen, ob es hier Gürtel gäbe. “Für Männer oder Frauen?” wollte die Bedienung wissen. “Für Männer.” Die seien in der Herrenabteilung im Untergeschoss. …….. Seufzen ……. Da komme er her, aber dort gäbe es nur Gürtel bis 120 cm.

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“Dann setz halt zwei zusammen”, sagte ich zu den reizenden BHs vor meiner Nase. Und konnte es mir dann nicht verkneifen, einen Blick über meine Schulter zu den Ü 120 zu werfen. Eine gewisse Dreistigkeit kann ich dem Fleischberg nicht absprechen. Wieso sollten die Gürtel in der Damenabteilung länger sein? Naja, ich hab gut lachen. Mir reichen 80 cm.